Meinung : Weiter Spitze

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Nun geht es mit dem letzten Wirtschaftssektor in Berlin, der lange satte Wachstumsraten verzeichnen konnte, bergab: Die Schwarzarbeit geht zurück. Beim illegalen Sektor bringt es Berlin aber immer noch auf einen Spitzenplatz in Deutschland. Jeder fünfte Euro wird hier schwarz verdient, da können München und Hamburg nicht mithalten. Dem Berliner kommt seine legere Art zu Gute: Steuern zahlen? – Kann ich drauf verzichten. Sozialabgaben? – Sollen andere zahlen. Jetzt hat ein Experte errechnet, dass der Umfang der Schwarzarbeit in der Stadt in diesem Jahr um 400 Millionen Euro schrumpfen wird. Bekommen die Berliner plötzlich ein soziales Gewissen? Wohl kaum. Zum einen gibt es in Berlin im Vergleich zur Nachwendezeit weniger Baustellen, die Schwarzarbeit immer magisch anziehen. Die Bundesregierung hat zudem im Sommer die Verfolgung verschärft und dem zuständigen Zoll neue Autos spendiert. Wichtiger sind jedoch die Anreize, Beschäftigung zu legalisieren: Etwa durch die entbürokratisierten 400Euro-Jobs, die für Kneipen und Restaurants attraktiv sind, oder durch die Ich-AGs, die im Handwerksbereich einen kleinen Boom ausgelöst haben. Auch die sogenannten Ein-Euro-Jobs stoßen schon jetzt auf großes Interesse. Das alles bringt mehr Steuergelder und sichert die Sozialsysteme. Vor allem fühlen sich die ehrlichen Steuerzahler nicht mehr durch Schwarzarbeiter und deren Chefs verhöhnt. Ein Fazit kann man aber erst im kommenden Jahr ziehen. Dann wird sich zeigen, wie viele Ich-AGs ihre Gründungszeit überlebt haben.avi

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