Meinung : Welches Rot ist röter?

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Seit sieben Monaten ist die SPD führende Regierungspartei im Lande Berlin; die Wähler haben es am 21. Oktober beglaubigt. Doch erst jetzt beginnen die Sozialdemokraten diese Verantwortung zu begreifen. Nach der verpatzten rot-roten Senatswahl wurden die Reihen bei der Fraktionsklausur in Schwerin geschlossen. Die Fraktion hat einstimmig beschlossen, dass sie den "Führungsauftrag" selbstbewusst annimmt. Die zweite Botschaft von Schwerin ist die Verheißung, dass die rot-rote Koalition die innere Einheit der Stadt befördern soll. Gut und schön, aber eine dritte Botschaft fehlt: Wie die SPD auch im Osten stärkste Kraft werden will, wo sie weit, weit hinter der PDS rangiert. Für die PDS ist der Sinn der Machtbeteiligung klar. Sie will im Westen reüssieren; die Bundestagswahl ist nahe. Dagegen ist dieses Bündnis für die SPD ein Wagnis. Sie verhilft der SED-Nachfolgerin 12 Jahre nach der Einheit zur Normalisierung. Doch was nutzt es ihr selbst? Eine Strategie haben die Wowereits noch längst nicht gefunden, und das Fundament der führenden Kraft ist mit 29,7 Prozent der Wählerstimmen dünn. Das macht die verunsicherte Stimmung aus.

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