Meinung : Weltmeister lohnt nicht

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Die Deutschen dürfen sich nicht darüber beklagen, dass ihre Löhne seit Jahren sinken. Zwar stimmt es niemanden froh, dass die Bruttolöhne und -gehälter im vergangenen Jahr erneut um 0,3 Prozent gefallen sind, dass den Leuten beim Einkaufen das Geld fehlt. Doch diese Entwicklung war lange abzusehen: Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs hat die Globalisierung enorm an Tempo zugelegt. Mindestens 800 Millionen Menschen zusätzlich bieten seither ihre Arbeitskraft an, oft zu Billiglöhnen. Und neue Technik hat dazu geführt, dass Landesgrenzen immer unbedeutender werden. Außerdem gilt seit 1999 in Europa die Währungsunion – sie hat für zusätzlichen Druck auf die Löhne gesorgt, weil es keinen Wechselkurs mehr gibt, der Wettbewerbsunterschiede zwischen den Staaten ausgleichen könnte. Die Bundesrepublik hat in den internationalen Organisationen, ob EU oder WTO, all diesen Entwicklungen nicht nur zugestimmt. Sie profitiert auch von ihnen wie kein zweites Land. 2006 etwa dürfte Deutschland wieder Exportweltmeister werden. Das Dumme ist nur: Während sich Unternehmer und Kapitalbesitzer über steigende Renditen freuen, müssen die Beschäftigten schon froh sein, wenn ihr Arbeitsplatz erhalten bleibt. Auch in diesem Jahr. brö

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