Meinung : Weltweit eine Steckdose

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In Deutschland kennen wir das schon lange: Wenige potente Anbieter beherrschen die Strom- und Gasmärkte. Nun erreicht das Problem auch die europäische Ebene. Mit der Übernahme der spanischen Endesa durch den größten deutschen Energiekonzern Eon entsteht ein grenzüberschreitender Riese, wahrscheinlich sogar der größte Stromkonzern der Welt. Für den Wettbewerb auf den europäischen Energiemärkten lässt das nichts Gutes ahnen: Denn je weniger Anbieter es gibt und je größer sie sind, desto leichter können sie ihre Preise nach eigenem Gusto bestimmen. Zumindest liegt dieser Verdacht bei derart konzentrierten Märkten nahe. Natürlich kann man dem Unternehmen Eon daraus keinen Vorwurf machen. Hätten die Deutschen in Spanien nicht zugegriffen, hätten es andere getan – vielleicht die Italiener oder die Franzosen. Umso wichtiger ist es aber, dass die europäischen Kontrollgremien die Übernahme – und alle künftigen Übernahmen dieser Größenordnung – kritisch prüfen. Gefordert ist hier vor allem EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, die die verkrusteten Energiemärkte schon oft angeprangert hat. Nun ist es an ihr zu handeln. Die Verbraucher in Europa haben darauf einen Anspruch. awm

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