Weniger Autos verkauft : Bremsbewegung

Wie lange reicht der Treibstoff noch, der die deutsche Autoindustrie in Asien und Amerika Monat für Monat vorantreibt? Es sah so aus, als könnten Volkswagen, Daimler und BMW der europäischen Schuldenkrise davonfahren. Ihre „Premiumfahrzeuge“ waren bei chinesischen, russischen oder amerikanischen Kunden so beliebt, dass die Absatzeinbrüche in Spanien, Italien oder Frankreich nicht ins Gewicht fielen. Und auf dem Heimatmarkt sorgte die Markentreue und Kaufkraft der Kunden für einen stabilen Verkauf. Doch der frostige März bringt das Weltbild durcheinander: Im Inland ist der Autoabsatz um mehr als 17 Prozent eingebrochen, und auch der Export – drei Viertel aller in Deutschland produzierten Autos werden im Ausland verkauft – zeigt Schwächen. Die Begründung des Autoverbandes, es habe im vergangenen Monat weniger Arbeitstage als im Vorjahr gegeben, kann den Rückgang nicht wirklich erklären. Vielmehr zeigt sich, dass auch die deutschen Hersteller verwundbarer sind, als die Absatzstatistiken der vergangenen Monate nahelegen. Grund zur Panik gibt es gleichwohl nicht, denn die Substanz der Industrie ist solide und die Gewinnpolster sind dick genug, um Nachfragekrisen zu überstehen. Das hat das Abwrackprämienjahr 2009 gezeigt. Aber selbst wenn es noch härter kommt: Ein zweites Mal sollte sich der Staat nicht zu einer Verkaufshilfe für die Autoindustrie überreden lassen. mot

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