Meinung : Wenn der Verbraucher nicht so isst

STREIT UM DIE TIERHALTUNG

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In den Anfängen der MassenLegehennenhaltung gab es die so genannten Schneewittchennester, in die die Hühner ihre Eier legten. Wenn sie fühlten, dass ein Ei gelegt werden wollte, hüpften sie in eine schummrige kleine Kiste, eine Klappe fiel zu und es wurde gemütlich im Nest. So kamen vergleichsweise glückliche Eier zur Welt. Unter Schweinehaltern ist anerkannt, dass Schweine besonders glücklich sind, wenn sie auf Stroh gehalten werden, ein paar Bälle zum Spielen bekommen und einen Bauern haben, der ihnen gelegentlich zulächelt. Niemand bestreitet, dass die meisten Hühner und Schweine in diesem Land, in diesem Licht betrachtet, nicht besonders glücklich sind. Aber: Essen die Verbraucher Eier, weil sie glückliche Hühner wollen? Sind sie bereit, für glückliches Schweinefleisch mehr Geld auszugeben? Nicht, weil die Bauern so gemein sind, gibt es Streit um die Fristen für Legehennen- und Schweinehaltungsverordnung. Es gibt ihn, weil der Verbraucher nicht so isst, wie die Verbraucherministerin es gern hätte. Übel nehmen kann man es ihm nicht: Die Eier sind mindestens so gesund, das Fleisch ist ebenso frisch wie das der verspielten Artgenossen. uwe

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