Meinung : Wenn Einfalt regiert

WOCHE DER WAHRHEIT

NAME

Die Unionsstrategen hatten so viel auf diese „Woche der Wahrheit“ gesetzt. Nach der Flut, die Gerhard Schröder als Macher vom Dienst in einer Art bewältigte, dass Edmund Stoiber ihm öffentlich Respekt zollte, sollten jetzt die anderen harten Fakten zurückkehren. Der Haushalt, die Kassen, die Renten, die Arbeitsplätze, überall ist die Lage ernst. Wie ernst, signalisieren die knalligen Schlagzeilen in Millionenauflage. Schröder mit den Zahlen treiben, um in der folgenden Woche an den Umfragezahlen ablesen zu können, dass der Trend endgültig Richtung Sieg geht – wer das will, der muss diszipliniert bei den Themen bleiben. Die Union hat es nicht geschafft. Erst Helmut Kohl, dann Friedrich Merz: Mit Attacken auf Parlamentspräsident Wolfgang Thierse haben sie dem Kanzler nur die erhoffte Möglichkeit gegeben, aus der Zahlendebatte herauszukommen und selbst eine über demokratischen Stil zu beginnen. Dass Schröder die Chance nutzen würde, war klar; Einfalt wird sofort bestraft. Kohl soll sich entschuldigen, Stoiber sich erklären, das kommt beim Wähler an. Die Zahl derer, die unsicher sind, ob die Union wirklich eine Verheißung auf besseres Regieren ist, wird nach dieser Woche gestiegen sein. So kann man Wahlen verlieren. cas

0 Kommentare

Neuester Kommentar