Meinung : Wenn Eltern versagen

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Das Ziel ist ehrenwert. Kinder, die vor ihren Familien geschützt werden müssen, sollen durch Pflichtuntersuchungen schneller gefunden werden. Doch dass das Mittel zum Ziel führt, darf bezweifelt werden. Denn der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Ertrag. Die meisten Kinder leben in Familien, denen ihre Gesundheit am Herzen liegt. Um die Pflichtuntersuchungen zu kontrollieren, müssten die Krankenkassen eine ganz neue Verwaltung aufbauen. Wäre es da nicht sinnvoller, das Geld gleich in aufsuchende Sozialarbeit zu stecken? Sicher, auch in reichen Familien werden Kinder vernachlässigt. Aber am gefährdetsten sind Kinder, deren Familien mit den üblichen Hilfsangeboten nicht erreicht werden. Mütter, die nicht wissen, dass eine Hebamme sie unterstützen kann. Die nicht wissen, dass es Erziehungsberatungsstellen gibt, oder die Vorsorgetermine nicht wahrnehmen, weil sie glauben, dafür Praxisgebühren zahlen zu müssen. Solche Familien sind nur zu erreichen, wenn die Hilfe zu ihnen kommt. Gäbe es mehr solche Angebote, könnten vielleicht mehr Kinder gerettet werden, wenn ihre Eltern versagen. deh

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