Meinung : Wer die Zeche zahlt

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Jürgen Rüttgers spuckt Angela Merkel in die Suppe. Das kennt man ja. Doch jetzt bringt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident auch noch ein paar tausend Kumpel gegen die Regierungschefin auf die Straße. Die demonstrieren zwar eigentlich gegen ihn, weil Rüttgers früher als die Kanzlerin die letzten Steinkohlezechen schließen will. Doch Rüttgers kann den Zorn der Bergleute gut gebrauchen beim Schacher um die Kohle. Der Düsseldorfer will nur dann Merkels Ausstiegstermin akzeptieren, wenn die Berliner dafür bezahlen. Anders gesagt: Der Anteil der Kohlesubventionen, die der Bund trägt, soll steigen, der Anteil von NRW sinken. Die Logik ist auf Rüttgers Seite, denn er wollte ja früher aussteigen, also früher die Subventionszahlungen beenden. Jetzt macht er Opportunitätskosten geltend; diesen hübschen Begriff haben Ökonomen als Umschreibung für einen entgangenen Nutzen eingeführt. Auf Deutsch: Für das, was er nicht kriegt, weil die Berliner Koalitionäre anders entschieden haben, verlangt er einen Ersatz – von eben diesen Koalitionären. Das ist in Ordnung, sollte am Ende aber nicht auf die Knochen der Kumpel gehen: Das Ausstiegsdatum 2018 muss stehen. alf

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