Meinung : Wer sich recht besinnt

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An Weihnachten tritt manches Mal wirklich besinnliche Stimmung ein. Zeit zum Nachdenken. So kommt es, dass kurz vor dem Start von Hartz IV Kirchen und Gewerkschaften, aber auch Politiker die Wirkungen der Reform genau anschauen und dann später entscheiden wollen, ob es, wie das schöne Wort besagt, NachBesserungen geben soll. In dieser Weise sprachen der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Manfred Stolpe und der Vertreter des deutschen Westens, Peer Steinbrück aus Nordrhein-Westfalen. Gut ist, dass sich im Grundsatz alle einig sind; das verstärkt die bestehende gesellschaftliche Zerrissenheit bei der weitreichendsten Sozialreform seit den 50er Jahren nicht noch. Reinhard Marx und Werner Thissen, die katholischen Bischöfe von Trier und Hamburg, der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber: Ihr Tenor lautet, dass Hartz IV im Grundsatz richtig ist, allerdings weitere Reformen folgen müssen – möglicherweise auch die Reform der Reform, „zeitnah“. Wenn man sich recht besinnt, ist das ein bisschen wie die Geschichte von Jesus und den Pharisäern, in der er sich über das Gesetz hinwegsetzt, am Sabbat etwas zu tun, indem er etwas Gutes tat. Denn das war die Botschaft: Der Mensch ist wichtiger als das Gesetz, und es kann engstirnig sein, an einmal Festgelegtem festzuhalten. Das ereignete sich kurz vor dem Osterfest. Mal sehen, ob es so lange bis zu Änderungen dauert. Der Kanzler glaubt ja inzwischen auch, dass sie kommen werden. cas

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