Meinung : Wer spricht für wen?

„Himmlische Zelte“ vom 17. Juni

Die evangelische Petri-Marien-Gemein-

de und das Land Berlin haben einen Architekturwettbewerb zu einem „Lehr- und Bethaus Petriplatz“ ausgeschrieben, wo Juden, Christen und Muslime Gemeinsamkeit pflegen sollen. Der Kulturstaatssekretär André Schmitz hat den Vorsitz des Kuratoriums.

Ich bin für Gemeinsamkeit und gegenseitiges Kennenlernen und toleranten Austausch, ich bin aber gegen solche künstliche Kopfgeburt in Berlins Mitte.

Wer darf dort für Moslems sprechen, wenn sie andernorts blutig ihre Auseinandersetzungen austragen?

Wer darf dort für Juden sprechen, wenn sie in Potsdam und Berlin sich nicht einigen können.

Wer darf für Christen sprechen, wenn sie nicht einmal in der Grabeskirche normal miteinander umgehen können?

Wer garantiert uns, dass das Hickhack, welches wir um das Grab Abrahams, um den Tempelberg oder aus der Grabeskirche kennen, nicht auch in Berlins Mitte Brennpunkt und Dauerbrenner wird. Und warum sollen hier in Berlins Mitte die nicht-monotheistischen Religionen so demonstrativ ausgeschlossen werden? In einer Zeit, wo Kirchen in Berlin umgewidmet oder abgerissen werden, kann der sinnvolle Trialog auch ohne teure Prestigebauten institutionalisiert werden – reihum, in bestehenden Gemeindezentren, mal in christlichen, mal jüdischen, mal moslemischen oder auch auf „neutralem“ Boden in öffentlichen Räumen.

Dirk Straatmann, Berlin-Hermsdorf

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