Westerwelle im Iran : Ein politischer Preis

Guido Westerwelle steckte in einem Dilemma. Im Iran saßen zwei Deutsche in Haft, die man dort inzwischen offenbar auch ganz gerne wieder loswerden wollte. In Deutschland saßen deren Familien, Kollegen und Politiker, die die beiden Reporter endlich wieder daheim wissen wollten. Doch die Herren in Teheran forderten ihren Preis. Nicht die 50 000 Dollar Strafe, es war ein politischer Preis: Der Außenminister musste Irans Präsident Ahmadinedschad treffen. Den Mann, der die internationale Gemeinschaft seit Jahren mit seinem Atomprogramm und seinen Ausfällen gegen Israel düpiert. Man kann die Genugtuung in Teheran fast fühlen, wenn man die Fotos sieht, die Irans Präsident am Samstagabend rasch verbreiten ließ. Er will damit bei seinen Anhängern punkten: Seht, sie kommen zu mir. Bilder sind Symbole. Westerwelle hat sich dennoch für den Besuch entschieden. Um zwei Menschen zu retten. Das verdient Respekt. Er hat die Differenzen angesprochen, inhaltlich kein Zugeständnis gemacht, heißt es. Doch zu Ahmadinedschad gab es aus dem Außenamt zunächst kein Wort, dann sehr dürre, ein paar mehr zum Treffen mit dem iranischen Außenminister. Als sei es doch peinlich. Warum fällt es so schwer, damit offensiv umzugehen? Das Publikum sieht es doch ohnehin.mue

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