Wettbewerb bei der Bahn : Votre billet, s’il vous plaît

Wenn die Deutsche Bahn in wenigen Wochen einmal wieder die Preise erhöht, weil sie das als Monopolist ungeniert tun kann, müssen die Kunden nicht verzagen. Sie können sich darauf freuen, bald eine Alternative zum Staatskonzern zu haben.

Carsten Brönstrup

Ab Sommer 2010 wird es endlich Wettbewerb im Fernverkehr geben. Günstigere Preise, mehr Pünktlichkeit, womöglich ein besserer Service – es gäbe viele Gründe, zur Konkurrenz zu wechseln. Auch die Bahn wird davon profitieren, dass auf der Schiene nun Zustände entstehen, die auf anderen Märkten längst normal sind, sei es bei Waschmitteln, Mineralwasser oder Autos. Gleichwohl gibt es eine Besonderheit bei der Bahn: Der wohl schärfste Konkurrent, Frankreichs Staatsbahn SNCF, wird ihr auf dem Heimatmarkt richtig weh tun. Revanchieren kann sich die Bahn aber nicht – die Franzosen schotten ihren Markt ab. Nur über Kooperationen mit der SNCF bekommt die Bahn im Nachbarland einen Fuß auf die Erde. Das ist ungerecht – denn auch die Kunden in Frankreich haben ein Recht auf alternative Anbieter. Die Bundesregierung muss Paris rasch klar machen, dass hier Chancengleichheit nötig ist.

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