Wetter : Treffsicher wie der Krake Paul

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Die Meteorologen haben fürs Wochenende Schafskälte vorhergesagt. Was, schon wieder, schreien die meisten Menschen jetzt auf. Und? Was ist das, was wir jetzt haben? Wolfskälte, Hundekälte, Schweinewetter? Der Mann, der Mittfünfziger mit den weit ausläufigen Geheimratsecken, hat vor kurzem selbstlos und zum Wohle aller die kalte Sophie als Schlampe beschimpft. Mit kurzfristigem Erfolg, für ein paar Tage wurde es schön, warm, wohlig warm. Jetzt wünscht sich der Mann, der Brillenträger die Geheimratsecken gerne weit weniger ausladend. Wegen des Wärmeschutzes. Ungefähr daher kommt ja der Name Schafskälte. Weil sie immer um diesen Dreh 9. ,10., 11. Juni kommt. Und da sind die Schafe schon geschoren und schnattern sich in der Kälte die Mäuler ab. Die Natur ist irgendwie nicht logisch. Wenn sie schon Kaltfronten mitten im Sommer bereithält, hätte sie dann nicht die Wolle der Schafe langsamer wachsen lassen müssen, damit sie erst geschoren werden, wenn sie sie nicht mehr brauchen? Andererseits dauert die Schafskälte bei uns bis etwa Oktober. Das hält kein Schaf aus.

Noch mal andererseits, wird uns das was ausmachen? Die ersten Wochen sicherlich nicht, ab Freitag reden wir ohnehin nur über das eine, der Mann, s. o., der, das wurde ja schon mal erwähnt, Freund der Glücksgöttin ist, auch.

Jetzt noch nicht. Jetzt regt er sich noch ein wenig über die Wetterlage auf. Oder auch nicht. Die defätistische Vorhersage, die, die uns schon zu Schal, Mütze und Mantel greifen ließ, stammt vom Deutschen Wetter Dienst. „Im Wesentlichen behalten Tiefdruckgebiete das Heft in der Hand,“ sagt deren Meteorologe Jens Hofmann. Ja, kann man diesen Tiefdruckgebieten das Heft nicht mal aus der Hand nehmen, jetzt, wo wir endlich Sommer haben?

Man kann. Andere Wetterprognostiker sind nicht so schwarzseherisch. Unter anderen die vom Tagesspiegel. Und nun Hand aufs Herz: Kann der Tagesspiegel lügen? Demnach freuen sich der Mittfünfziger und alle anderen auf 26 Grad am Freitag, da ist es gut, dass die Schafe schon geschoren sind, sonst müsste man ja von Schafshitze sprechen.

Es wird, wenn der Mann, der Mittfünfziger, noch mal an das eine denkt, es wird jetzt wieder irgendwelches Getier, Frösche, Meerschweinchen, Vorhersagen treffen wie einst der Krake Paul. Wahrscheinlich ist es beim Wetter ebenso. Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist.Helmut Schümann

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