Meinung : WG Metall

-

Die Idee der Wohngemeinschaft steckt in der Krise. Ewig Krach um die aufgegessene Marmelade, keiner bringt den Müll runter, und dann noch das ewige Gedrängel vor der Badezimmertür – kein Wunder, dass viele junge Leute die Isolation in der eigenen Bude vorziehen. Doch das scheint eine vorübergehende Phase; gesichert durch die Abgeklärtheit des Alters und eine fette Pension könnte sich die WG zu einer echten Alternative zur Seniorenresidenz entwickeln. Jedenfalls suggerieren uns das die Trendsetter von der Gewerkschaftsspitze: Jürgen Peters und Hasso Düwel haben sich jetzt mit Freunden und Frauen zu acht zwei hübsche große Villen in HannoverHerrenhausen zugelegt, und zwar für 700 000 Euro, zahlbar an die städtische Wohnungsbau-Genossenschaft. Das gilt als ausgesprochenes Schnäppchen. Außerdem wohnt noch eine 82-Jährige drin, die sich nun Sorgen macht, weil die Gewerkschaftsbosse – wir kennen sie: hart in der Sache, aber grob im Ton – mit Nichtmitgliedern eher unsolidarisch umgehen. Nun gibt es viel Ärger in Hannover, aber der wird vergehen, handelt es sich doch um ein richtungweisendes Sozialprojekt. Notfalls bietet sich das Mittel des Warnstreiks an – da sind die beiden ja legendäre Virtuosen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar