Meinung : Wie es ihm gefällt

AZNAR BENENNT SEINEN NACHFOLGER

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Im Abschied zeigt sich Größe. Der Spanier José Maria Aznar macht Gerhard Schröder und Helmut Kohl was vor: wie ein Regierungschef nach zwei Legislaturperioden abtritt. Schröder wollte das auch mal, traut sich aber nicht mehr, weil außer ihm keiner in der Partei „es“ kann. Das hatte auch Kohl von sich gedacht und den Stabwechsel in der Union so lange hinausgezögert, bis nichts mehr blieb, was einen Nachfolger an der Macht hätte halten können. Die CDU musste neu aufbauen, in der Opposition. Aznar inthronisiert seinen Erben ein Jahr vor der nächsten Wahl, mit einstimmiger Unterstützung der konservativen Partei – so kann der es schaffen. Das kennt man von Aznar, dass er die Richtung weist, in Spanien und Europa, notfalls mit Härte. 1996 beendete er mit dem Sieg über Felipe Gonzales – schwarzer Schnauzer gegen graue Schläfen – 14 Regierungsjahre der Sozialisten. Und behauptete sich auch, als New Labour und neue Mitte fast überall in Europa an die Macht kamen. Mit Tony Blair erweiterte er das deutschfranzösische Führungsduo der EU zu einem Quartett und brachte manchen Gipfel mit seinen Forderungen an den Rand des Scheiterns. Spanien hat davon so viel profitiert, dass das Land nun aus vielen Förderprogrammen rausfällt. Ein Großer tritt ab, in Madrid. Einen wie ihn kann man gut brauchen, in Brüssel. cvm

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