Meinung : Wie man Amerika wirklich rettet

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Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – die alte Floskel klingt im Zeitalter der unbegrenzten Kriegsdrohungen irgendwie ironisch. Immerhin kämpfen sie drüben nicht nur gegen den Schurkenstaat in seinen vielfältigen Erscheinungsformen, sondern auch gegen etwas gefährlichere Killer, beispielsweise die Zigarette. Eine typische Achse des Bösen! Es ließe sich beispielsweise die Theorie aufstellen, dass George W.Bush viel mehr eigenen Bürgern das Leben retten könnte, wenn er statt Saddam Husseins Palästen die Zigarettenfabriken im eigenen Land bombardiert; das wäre auch für die USSoldaten weitaus weniger gefährlich. Doch derlei Konsequenz ist schon aus innenpolitischen Gründen unwahrscheinlich, nicht einmal die UN-Tabakinspekteure werden reingelassen bei Philip Morris und Kollegen. Ja, es gibt sogar noch unabhängige Liberalisten, die darauf bestehen, alle wüssten ja, wie gefährlich Rauchen sei. In diese Richtung gehört auch das kalifornische Gericht, das jetzt einer krebskranken Kettenraucherin nicht wie die Vorinstanz 28 Milliarden, sondern nur 28 Millionen Dollar Schadenersatz zusprach – nach US-Maßstäben ein Trinkgeld. Philip Morris muss also nun keinen Konkurs anmelden, sondern darf sich weiter von Prozess zu Prozess hangeln. Und es bleiben noch ein paar Dollar übrig, um rund um die Fabriken Flugabwehrraketen aufzustellen. Denn bei Präsident Bush muss man bekanntlich immer mit dem Äußersten rechnen.

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