Meinung : Wild und romantisch

SPD UND GRÜNE

-

Minderheiten gegen den Kurs einer Partei haben kritische Einwände, die sie selbst vorbringen. Und einen Namen, der ihnen von der Öffentlichkeit wie ein Etikett angeheftet wird. Die innerparteilichen Kritiker am Reformpaket des Bundeskanzlers heißen – ob rot oder grün Rebellen. Was Rebellen so anstellen, ist wild und romantisch, weshalb ihnen eine gewisse Grundsympathie zusteht. Was machen moderne Rebellen? Sie tagen, schreiben Papiere und verhandeln. Weil sich in der aktuellen Phase die grünen und die roten Rebellen verbünden, tagen sie in Permanenz, schreiben noch mehr Papiere und verhandeln multilateral. Bald schon wird niemand mehr wissen, wer mit wem über welchen Kompromiss geredet hat – und wieviele Rebellen sich dabei schon in Anpasser verwandelt haben. Die sind das glatte Gegenteil von wild und romantisch, weshalb das Interesse an der Sache sinkt. Wahrscheinlich ist die Etikettenvergabe eine Verschwörung zwischen Kanzlern und Medien. Was Helmut Kohl die Jungen Wilden waren, sind Gerhard Schröder die Rebellen: Beweise ihrer Macht. tib

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben