Meinung : Windsor gegen Simpson

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Nüchtern ist ihr Jahrestag vorbeigegangen, ohne Jubel und respektlose Kritik. Ganz, wie es sich gehört. Aber der große Test für die britische Monarchie kommt noch. Wenn im Juni gefeiert wird, werden nicht nur republikanische Zeitungen zählen, wie viele Untertanen zum Feuerwerk kommen. Auch die BBC wies ihre Hofberichterstatter an, übertriebenen Respekt zu vermeiden und "sachlich die Stimmung der Nation" zu reflektieren. Nur, wie ist die wirklich? 70 Prozent der Briten sind Umfragen zufolge für den Erhalt der Monarchie. Genauso viele glauben, die Royal Family habe den Kontakt mit den Untertanen verloren. Nur 18 Prozent äußern überhaupt Interesse am Königshaus. Gegen andere TV-Familien, etwa die Simpsons mit 66 Prozent, haben die Windsors keine Chance. Dennoch ist die britische Monarchie nicht gefährdet. Seit fast tausend Jahren hat diese Institution durch eine geschickte Mischung aus traditionellem Beharren und Anpassung überlebt - ein mustergültiges Rollenmodell. Wenige Monarchen waren in schweren Zeiten so erfolgreich wie die Queen. Den Skandalberichten des Boulevard zum Trotz unterscheiden die meisten Briten zwischen der Institution Monarchie und den jeweiligen Amtsinhabern. Bevor sie einen Republikaner zum Präsidenten wählen - dann doch lieber eine Königin!

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