Winterchaos : S-Bahn hat ihre Chance nicht genutzt

Nach dem Wintereinbruch sind die Versprechungen der Berliner S-Bahn verweht. Der Senat muss die auslaufenden Verträge neu ausschreiben. Ein Kommentar.

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Diesmal wieder Kabeldiebstahl: Am Dienstagmorgen gab es wieder Verspätungen und Zugausfälle bei der Berliner S-Bahn. Vor allem der Osten Berlins war betroffen. Hier die entsprechende Mitteilung am Bahnhof Greifswalder Straße.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Maik Werther
29.05.2012 07:23Diesmal wieder Kabeldiebstahl: Am Dienstagmorgen gab es wieder Verspätungen und Zugausfälle bei der Berliner S-Bahn. Vor allem der...

Die größten Versprechungen waren gerade gut genug: Ein „umfassendes“ und „umfangreiches Maßnahmepaket“ werde den Winterbetrieb verbessern, versprach die S-Bahn und kündigte unter anderem die „Enteisung“ der Türen „wie bei Flugzeugen“ an. Das war im Oktober.

Am Tag zwei nach dem Wintereinbruch sind die Versprechungen verweht: Nur jeder dritte Zug kommt pünktlich, Türen sind vereist, Heizungen ausgefallen, die Weichen eingefroren, mehr als 90 Wagen ausgefallen. Und ebenso schlecht wie in der Vergangenheit sind die Informationen für Fahrgäste, die auf den Bahnsteigen bibbernd auf Züge warten, die nie kommen. Die S-Bahn ist damit ebenso tief in der Krise wie vor Jahresfrist. Auch eine bessere Wartung reicht noch nicht aus, den jahrelangen Verschleißkurs des Unternehmens wettzumachen.

Die Bahn hat ihre Bewährungsprobe gehabt – und nicht genutzt. Es wäre deshalb falsch, wenn der Berliner Senat darauf verzichten würde, die auslaufenden Verträge neu auszuschreiben. Nur mit Druck und Wettbewerb kann es gelingen, die S-Bahn wieder zu dem verlässlichen Verkehrsmittel zu machen, als das es einst gerühmt wurde.

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