Meinung : Wir basteln uns einen Kanzler

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Es ist eigentlich ganz einfach, einen wirtschaftlich toll florierenden und gleichzeitig demokratischen Staat hinzubekommen. Man muss nur ... Wo ist gleich das Rezept? Da hat es doch eben noch gelegen! Ach ja, hier: Ein parteiübergreifendes Bündnis zur Modernisierung Deutschlands, das die Grundprinzipien der sozialen Marktwirtschaft neu belebt und die Ordnungsprinzipien der Solidarität und Eigeninitiative wieder in ein ausgewogenes Verhältnis bringt, kurz: Ludwig Erhard satt. Ja, Parteien, nun mal ran – elf Freunde müsst ihr sein! Bitte? Die Idee ist von Stoiber? Zugegeben – aber erst für die Zeit nach seinem Wahlsieg. Und dabei muss es doch jetzt sofort losgehen! Wir fangen schon mal damit an, parteiübergreifend die Steuern zu senken, die Löhne zu erhöhen, schaffen dann lästige Überregulierungen der Märkte ab und vergrößern den Einfluss der Betriebsräte und der Unternehmensvorstände. Das Geld, das in dem ausbrechenden Boom unweigerlich verdient wird, deckt die Staatsschulden, den Rest kriegen die Berliner Theater. Mmh. Klingt irgendwie zu gut, zu unglaubwürdig. Mindestens muss uns noch einer den Ludwig Erhard machen; die Zigarre von Schröder, die gedankliche Modernität Stoibers. Und die Herzensgüte und Bescheidenheit? Die nehmen wir von Westerwelle. Der Aufschwung kann beginnen.

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