Meinung : „Wir brauchen eine neue …

Dagmar Dehmer

… Bauernbefreiung.“

Als Gerd Sonnleitner 1997 zum Präsidenten des Deutschen Bauernverbands gewählt wurde, galt er als Mann der leisen Töne. Im Vergleich zu seinem Vorgänger Constantin Freiherr Heeremann ist er das sogar. Doch seit 1997 hat er aufgeholt. Unvergessen ist, wie der Bauerntag in Münster im Jahr 2001 die damals neue Agrarministerin Renate Künast niederbrüllte, und Gerd Sonnleitner stand unbeteiligt daneben.

Für viele süddeutsche Landwirte, die traditionell kleinere Flächen bewirtschaften, war der Amtsantritt des inzwischen 56-Jährigen mit großen Hoffnungen verbunden. Endlich ein Agrarlobbyist, der die Existenznöte der Kleinbauern kannte. Einer, der mit seinem 100- Hektar-Hof und seinen 700 Schweinen zwar selbst schon fast auf der Seite der Großbauern stand, aber im Vergleich zu den „roten Junkern“ in Ostdeutschland einen eher kleinen Schweinemastbetrieb bewirtschaftete. Allerdings verstand Sonnleitner seine Rolle spätestens seit der BSE-Krise nicht mehr als Verteidiger der bäuerlichen Landwirtschaft. Er legte sich vor allem für die Interessen der großen, in Sonnleitners Sprache „leistungsfähigen“, Betriebe ins Zeug.

Nun kann Sonnleitner seine Begeisterung über einen möglichen Regierungswechsel kaum noch zügeln. Zwar sagt er, er mache keinen Wahlkampf gegen Künast. Gleichzeitig fordert er aber ein Ende der Agrarwende. Und von Angela Merkel wünscht er sich eine „Bauernbefreiung“.

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