Meinung : „Wir haben alle …

Sven Lemkemeyer

… Versprechen der letzten Wahl ausnahmslos eingelöst.“

Von seinem Privileg machte Anders Fogh Rasmussen gerne Gebrauch. In Dänemark hat der Ministerpräsident das Recht, Neuwahlen vor dem Ende der Legislaturperiode auszuschreiben. So verwunderte es nicht, dass Rasmussen die Wahlen um neun Monate vorzog – alle Umfragen deuten darauf hin, dass sich der 52-jährige Rechtsliberale bei den Parlamentswahlen am Dienstag klar gegen den sozialdemokratischen Kandidaten Mogens Lykketoft durchsetzen wird.

Als der ausgebildete Ökonom im November 2001 die Macht von den Sozialdemokraten übernahm, trauten viele in Europa ihren Augen nicht. Denn Rasmussens Minderheitsregierung aus Liberalen und Konservativer Volkspartei hatte sich vor allem mit einer Debatte um die Einwanderungspolitik durchgesetzt – und muss sich auf die rechtspopulistische Volkspartei stützen. Bei seinen Landsleuten hat ihm sein Kurs in der Ausländerpolitik – die neuen Einwanderungsbestimmungen zählen zu den schärfsten in Europa – nicht geschadet. Bei der Umfrage zum dem „Dänen des Jahres 2004“ kam er auf den zweiten Platz, hinter Kronprinz Frederik.

Die hohen Sympathiewerte haben zudem für alle Dänen spürbare Gründe. Der vom gelegentlich abgehoben wirkenden Rasmussen vorangetriebene Radikalumbau des Staatssystems hat zu steigenden Wirtschaftsdaten und sinkender Arbeitslosigkeit geführt, der dänische Haushalt verzeichnet gar einen Überschuss.

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