Meinung : „Wir machen uns lächerlich,

Matthias Meisner

… wenn wir das jetzt nicht hinbekommen.“

Klaus Ernst, einer der Vorsitzenden der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG), hätte sich nicht träumen lassen, bald mal mit Gregor Gysi in einer Partei zu sein. Ein West-Gewerkschafter ist der 50-Jährige, wie er im Buche steht: Als 15-jähriger Elektromechanikerlehrling trat er in die IG Metall ein. Schon fünf Jahre später ging er als Funktionär nach Stuttgart und wurde Sekretär bei Klaus Zwickel. Seit neun Jahren ist er Generalbevollmächtigter der Gewerkschaft im fränkischen Schweinfurt.

Dazu war Ernst mehr als 30 Jahre lang Sozialdemokrat – bis ihn die eigenen Genossen im vergangenen Jahr feuerten, weil er als Gegner von Schröders Reformagenda 2010 Pläne für eine neue Partei zu schmieden begann. Mit der PDS, die für ihn eine reine Ost-Partei mit SED-Vergangenheit war, hatte Ernst also nie zu tun. Wohl aber mit Oskar Lafontaine, dessen Ideale er teilte und zu dem er seit Monaten Drähte gesponnen hat. Jetzt nach der NRW-Wahl ging alles ganz schnell: An vorderster Front zimmerte Ernst mit am gemeinsamen Wahlauftritt von PDS und seiner WASG. Bis Ende der Woche soll alles perfekt sein.

Ernst sieht sich als Realist. Schon früh kämpfte er gegen Sektierer in seiner Partei, damit die WASG, wie er sagte, nicht zur „Bewegung von politisch Chancenlosen wird“. Inzwischen ist Ernst klar, dass die WASG allein die Kandidatur zu vorgezogenen Bundestagswahlen nicht mehr stemmen kann. Erfolg kann sie nur mit PDS und Lafontaine haben. Letztlich, so meint er, werde das Bündnis systemstabilisierend wirken: „Denn wir fördern das Vertrauen in die Demokratie.“

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