Meinung : „Wir sind begeistert, …

Kurt Sagatz

… den höchsten Nettogewinn in der Geschichte von Apple bekannt zu geben.“

Er hat Trends nicht nur erkannt, er hat sie geprägt. Der Apple Macintosh, der iMac, jetzt der iPod: Technikikonen ihrer Zeit. Steve Jobs – sein Name steht wie der von niemand sonst für die Geschichte der modernen Computerwelt.

Es war Jobs, der in der zweiten Hälfte der 70er Jahre mit dem ersten Apple-Computer das Zeitalter der Heimcomputer eingeläutet hatte. Bevor der erste Personal Computer von IBM die Fabrik verließ, verging danach fast ein halbes Jahrzehnt. Jobs war es auch, der in den späten 90er Jahren mit den futuristisch aussehenden, aber zugleich einfach zu benutzenden iMacs dem grauen Computer-Einerlei etwas entgegensetzte und der Marke Apple zu neuem Auftrieb verhalf. Das klein geschriebene „i“ hat Jobs zum Synonym für Innovation stilisiert, ob es sich nun um schicke Mobilrechner wie das iBook handelt oder um den wohl bekanntesten MP3-Player überhaupt: den iPod. Und obwohl die weißen Musikmaschinen an die 300 Euro kosten, stehen sie genauso für mobile Unterhaltung wie einst der Walkman von Sony. Es ist, als hätte die Welt auf diese Lifestyle-Geräte gewartet.

Dabei ist es inzwischen genau zehn Jahre her, dass am FraunhoferInstitut für integrierte Schaltungen in Erlangen eine Computertechnologie den Namen MP3 erhielt, die die gesamte Musikwirtschaft so auf den Kopf gestellt hat wie zuvor nur die Einführung der CD. Die von Professor Karlheinz Brandenburg entwickelte Technik hat geradezu eine Medienrevolution ausgelöst. Dank ausgeklügelter Verfahren ließ sich plötzlich die Größe einer Musikdatei auf ein Zehntel verringern. Damit wurde Musik wirklich mobil und vor allem internetkompatibel.

Noch immer leidet ein ganzer Wirtschaftszweig unter Internet- Tauschbörsen wie einst Napster und jetzt eMule oder Kazaa. Erst seit dem Siegeszug von Steve Jobs’ Kombination aus der Internet-Plattform iTunes und dem iPod sehen die großen Musikunternehmen wieder Licht am Ende des Tunnels. Nun macht es nichts mehr, dass auf einem Standard-iPod locker eine komplette CD-Sammlung Platz findet – wenn denn die Nutzer die Musik bezahlen. Inzwischen steuert Apple auf den 500-Millionsten verkauften Song zu. Ein iPod-Handy soll knapp vor der Fertigstellung stehen. Nachdem es noch vor Jahren so aussah, dass Apple den Jahrtausendwechsel möglicherweise nicht übersteht, kann derzeit offensichtlich nichts mehr Steve Jobs aufhalten.

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