Meinung : „Wir spüren deutlich Rückenwind“

Axel Vornbäumen

Sein Sohn heißt Franz. Doch das ist, nun ja, Zufall. Daraus übergroße Nähe zu Franz Müntefering abzuleiten, wäre falsch, auch wenn diese Nähe existiert – Kajo Wasserhövels Sprössling indes kam vor Beginn der nun schon zehn Jahre währenden engen Zusammenarbeit mit dem SPD-Chef auf die Welt. Seitdem ist ein Vertrauensverhältnis zwischen dem Sauerländer Müntefering und dem 1962 in Aachen geborenen Wasserhövel enstanden. Es ist so eng, dass Müntefering seit einiger Zeit den Gedanken wälzt, ob er Wasserhövel entweder als Nachfolger von Klaus Uwe Benneter zum Generalsekretär der SPD machen – oder aber das Amt ganz einkassieren soll, um seinen Bundesgeschäftsführer mit mehr Kompetenzen auszustatten. Der heißt: Kajo Wasserhövel.

Darüber ist in der SPD nun ein Streit entstanden, wie er in der SPD gerne entsteht: Denn Wasserhövel, in dieser Hinsicht Müntefering nicht unähnlich, begreift Politik vornehmlich als Organisation. Kein „Apparatschik“, aber ein Mann des Apparats. 2002 hat er in der „Kampa“ den Online-Wahlkampf der Partei geleitet, diesen Sommer das gesamte Wahlkampfmanagement übernommen. Nur: Seine sozialdemokratische Seele ist nicht sichtbar. Bei einer möglichen Wahl auf dem Parteitag in Karlsruhe ist das ein Garantieschein für ein mäßiges Ergebnis. Müntefering hat an so etwas kein Interesse.

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