Wird Hillary Clinton Ministerin? : Außen einbinden

Der Gedanke an eine Außenministerin Hillary Clinton elektrisiert die Amerikaner wie fast alles, was sich mit dem schillernden Familiennamen verbindet. Bisher fehlt aber eine überzeugende Begründung.

Christoph von Marschall

Hier sucht nicht das Amt die am besten geeignete Person, sondern die Person sucht ein Amt, das ihrem Machtanspruch genügt. Ministrabel ist sie, kein Zweifel. Anders als Ehemann Bill fehlt Hillary jedoch die außenpolitische Erfahrung. Andere Aufgaben – Einführung der allgemeinen Krankenversicherung, Aufräumen in dem unter Bush parteipolitisierten Justizressort – wären angemessener. Wenn die Gerüchte überhaupt stimmen, ist ihr Interesse an dem prestigeträchtigen Posten leichter zu verstehen als Barack Obamas Kalkül. Er tut gut daran, Hillary einzubinden, damit sie ihren Ehrgeiz nicht daran setzt, ihn zu entthronen. Als Außenministerin käme sie ihm aber dreifach in die Quere. Sie ist zu sehr mit der Vergangenheit verbunden, um für „Change“ zu stehen. Rivalitäten mit dem Vizepräsidenten und Außenpolitiker Joe Biden wären die Folge. Und über wichtige Fragen wie Iran- und Pakistanpolitik haben sie gestritten. Da ist jetzt sehr viel Diplomatie gefragt. cvm

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