Meinung : Wirkung ohne Schlagzeilen

FISCHER IN AFRIKA

-

Im Bewusstsein der Deutschen spielt Afrika nur bei Krisen, Kriegen oder Benefizkonzerten eine Rolle. Selbst ein Sympathieträger wie Außenminister Joschka Fischer kann deshalb nicht damit rechnen, mit seinem Sprint durch Mali, Namibia und Südafrika daheim Schlagzeilen zu produzieren. Fischer ist dennoch gefahren – und hat sich im Rahmen seiner Stippvisite die Rosinen des Kontinents herausgepickt: Länder mit demokratischen Ansätzen sollen ermutigt werden. Vielleicht ist die Reise auch ein Versuch, eine Grundlage für eine neue deutsche AfrikaPolitik zu legen. Afrika hat in der deutschen Außenpolitik immer eine Nebenrolle gespielt. Das einzig kohärente deutsche Konzept für Afrika stammt aus der Zeit der Hallsteindoktrin: Damals unterstützte die Bundesregierung all jene afrikanischen Potentaten, die versprachen, die DDR nicht anzuerkennen. Vergangenheit. Heute kann eine Politik gegen den drohenden Staatenzerfall durchaus erfolgreich sein, wenn sie geduldig verfolgt und in ein europäisches Konzept eingebunden wird. Auch wenn die EU-Eingreiftruppe für den Kongo im Juni nur eine Notmaßnahme war, hat sie doch gezeigt, was möglich ist, wenn Europas ehemalige Kolonialmächte nicht immer getrennte Wege gehen. wdr

0 Kommentare

Neuester Kommentar