Meinung : Wo bleibt die Hilfe?

-

So viele Naturkatastrophen wie in diesem Jahr gab es seit langem nicht. Hilfsorganisationen sprechen von 2005 als dem „annus horribilis“. Dass jetzt mancher, der für die Hungernden in Niger oder die Wirbelsturmopfer von „Katrina“ den Geldbeutel geöffnet hat, nicht sofort den nächsten Spendenscheck für Pakistan unterzeichnet, ist deshalb irgendwie verständlich. Doch gerade weil die internationale Gemeinschaft vor allem beim Tsunami in Südasien so beeindruckend bewiesen hat, zu was für einer Kraftanstrengung, Schnelligkeit und Empathie sie fähig ist, sollte sie jetzt in ihrer Hilfe für die Erdbebenopfer nicht dahinter zurückfallen. Aber während in Kaschmir zehntausende Verletzte immer noch auf einen Arzt warten, sich Wundstarrkrampf und Tetanus ausbreiten, fließen die Überweisungen an die UN eher mäßig, und das mediale Interesse richtet sich bereits auf den nächsten Wirbelsturm in der Karibik. Umso erfreulicher ist, dass die Nato jetzt ihren Einsatz in Pakistan ausweiten will. Und von der Bundesregierung, die mit ihrer Soforthilfe bisher schnell und gut reagiert hat, kommen hoffentlich noch weitere Zusagen, was die Pakistanhilfe betrifft. cir

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben