Meinung : Wo Flügeln Träume wachsen

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Das RealityTV ist nicht tot, es riecht nur schon etwas streng. Die drohende Neuauflage von „Big Brother“ ändert daran wenig. Gut, dass unentwegt neue Konzepte ausprobiert werden. Das aktuell heißeste, in Cannes gerade vorgestellt, funktioniert so ähnlich wie „Deutschland sucht den Superstar“. Es geht darum, einen Nachfolger für George W. Bush zu finden. Vermutlich werden sich die Kandidaten in seinen Spezialdisziplinen messen: unfallfreies Ablesen vom Teleprompter und selbstständiges Formulieren eigener Sätze, deren Hauptmerkmal die Unverständlichkeit ist. Wer nicht in der Lage ist, sich Bushismen wie „Die Familien sind es, wo den Flügeln Träume wachsen" auszudenken, hat keine Chance auf den Sieg. Weiter erwarten wir einen fröhlichen Ideenwettstreit um das beste strategische Konzept für einen Nordkorea-Feldzug und die Eindämmung Frankreichs. Der Sieger, so stellen wir uns das vor, zitiert auf dem Podium Bush: „Ich weiß, was ich glaube. Ich werde auch weiterhin sagen, was ich glaube und was ich glaube.“ Dann ist Party. Das Ganze ist übrigens perfekt zugeschnitten auf Daniel Küblböck, den knapp gescheiterten Superstar. Der würde sogar Saddams Republikanische Garden in die Flucht schlagen.

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