Wohngeld : Arm, aber rechtlos

Wohngeld ist kein Almosen. Doch der Berliner Senat und die Bezirke streiten lieber, als zu handeln.

Wer arm ist in Berlin, hat offensichtlich keine Rechte. So muss man die Nachricht interpretieren, dass tausende Bedürftige in dieser Stadt monatelang auf die Auszahlung des Wohngeldes warten. Denn Wohngeld ist kein Almosen, das der Staat nach Gutdünken verteilt – jeder, der zu wenig zum Leben hat, hat einen Rechtsanspruch darauf. Dies scheinen der Senat und die Bezirke zu vergessen, die sich wieder mal um die Finanzen streiten. Nicht ums Wohngeld wohlgemerkt, sondern darum, ob das erforderliche Personal nun aus dem Senats- oder Bezirksetat bezahlt wird. Nur diese Luxussorge hätte so mancher Bedürftige auch gerne, der stattdessen zusehen kann, wie er zurechtkommt. Wenn der Streit nicht auf dem Rücken tausender Rentner und Geringverdiener ausgetragen würde, könnte man fast lachen über das Theater, das Senat und Bezirke hier aufführen. Ganz und gar nicht lustig wird’s, wenn man sich vor Augen führt, welche Parteien die Geschicke der Stadt lenken. Die eine führt das Wort „sozial“ im Namen, die andere versteht sich per se als Rächerin der Enterbten. Kein Wunder, wenn so mancher bei Rot-Rot nur noch rotsieht. ling

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