Wohnungsmarkt : Mitte schützen

Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin will 3100 Wohnungen verkaufen. Widerstand ist vorprogrammiert.

Weg damit. Das ist jedenfalls der Wunsch von Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin. Lange hat er in der rot-roten Koalition kämpfen müssen, dass die tief verschuldete Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) 3100 Wohnungen verkaufen darf. Die Ansage ist klar: Den Zuschlag erhält der Meistbietende – das könnte auch ein privater Immobilienfonds sein. Sarrazin darf einen guten Preis erwarten, immerhin sind die Immobilienpreise in der Hauptstadt im vergangenen Jahr um über acht Prozent gestiegen. Der Finanzsenator kann darauf verweisen, dass es in Berlin immer noch mehr als die vom Senat politisch gewollten 200 000 Sozialwohnungen gibt – bei einem Leerstand von 15 Prozent. Doch den gibt es in unattraktiven Plattenbauten am Stadtrand. Im Zentrum aber, wo die WBM ihre Wohnungen hat, sind die Mietpreise deutlich in Bewegung. Der neue Mietspiegel ermittelt dort zehnprozentige Steigerungen. Verglichen mit Hamburg und München ist das noch preiswert, doch in der armen Mieterstadt Berlin trotzdem für viele zu teuer. Gerade im Zentrum kommt den Sozialwohnungen deshalb eine Schutzfunktion zu. Sarrazin darf deshalb mit Widerstand der Linkspartei rechnen.gn

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