Meinung : Wütende Chefs

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Die Arbeitgeber sind beleidigt und keilen gegen die drei Professoren, die gerade Angela Merkel Empfehlungen für den künftigen Umgang mit der Mitbestimmung gegeben haben. Kurt Biedenkopf, der der entsprechenden Kommission den Namen gab, sei schon vor 30 Jahren ein Freund der Mitbestimmung gewesen, und überhaupt seien die Wissenschaftler doch sehr verdächtig, da sie auch schon für Gewerkschaften tätig waren, maulen die Arbeitgeberpräsidenten. Sie ärgern sich, denn die Professoren wollen die paritätische Mitbestimmung im Aufsichtsrat von rund 750 Aktiengesellschaften beibehalten. Harter Tobak für die Bosse, denn „nirgendwo auf der Welt“ gebe es das, weshalb sie schon lange für eine Drittelbeteiligung plädieren, also den Einfluss der Arbeitnehmer reduzieren wollen. Biedenkopf argumentiert dagegen, dass die Mitbestimmung nicht nur dem „Schutz der Mitarbeiter vor Willkür des Arbeitgebers“ dient, sondern auch Bedeutung gewinnt, weil die Anforderungen an Engagement und Eigenverantwortung der Arbeitnehmer zunehmen. Den Professoren geht es um gute Kooperation von Unternehmensleitungen, Arbeitnehmern und Gewerkschaften, den Arbeitgebern schlicht um Macht. Auch deshalb ist ihre wütende Replik auf Biedenkopf intellektuell schwach. alf

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