YouGov-Studie : Europa muss jung bleiben

Für drei von vier jungen Europäern ist die EU bloß ein Wirtschaftsbund. Dabei haben gerade die Jüngeren so viele Chancen wie nie zuvor. Ein Kommentar.

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Europas Puls. Bei Pulse of Europe gingen auch in Berlin Tausende auf die Straße. Trotzdem stehen viele Jugendliche der EU skeptisch gegenüber. Foto: Kai-Uwe Heinrich
Europas Puls. Bei Pulse of Europe gingen auch in Berlin Tausende auf die Straße. Trotzdem stehen viele Jugendliche der EU...Foto: Kai-Uwe Heinrich

Wer nach 1990 in Deutschland geboren wurde, musste weder Krieg noch Grenzen erleben, die meisten durften in relativem Wohlstand aufwachsen, viele eine passable bis gute Schulbildung genießen. Viel davon haben die Jungen auch der Europäischen Union zu verdanken. Nur sehen sie das nicht. Drei von vier jungen Europäern sehen in der EU primär einen Wirtschaftsbund und weniger eine Wertegemeinschaft. Doch die EU ist viel mehr als Zoll-Union, Schengen-Raum und Euro-Zone. Sie ist mehr als die Zeitersparnis an der Grenze und billige Orangen aus Spanien.

Die Privilegien sind das Resultat gemeinsamer Arbeit

Frieden, Sicherheit und Stabilität – ja, auch wirtschaftlich – sind nicht einfach gegeben. Sie sind aus stetiger gemeinsamer Arbeit erwachsen. Und es bedeutet Arbeit, das zu erhalten. Wer nur das Ergebnis und nicht den Prozess erlebt hat, kann das schwerer nachvollziehen als die Generation der Väter und Mütter. Es ist an ihnen, ihre Kinder daran zu erinnern. Nur darf das für die keine Ausrede sein, um nicht selbst für die Werte einstehen zu müssen. Wer zu den 18- bis 26-Jährigen zählt, hat so viele Chancen wie keine Generation zuvor. Es wäre fahrlässig, sie zu verspielen.

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