Meinung : Zahlen für den Schredder

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Dass man nur der Statistik glauben soll, die man selbst gefälscht hat, ist eine Binsenweisheit, deren Wahrheitsgehalt sich leicht überprüfen lässt. Jüngste Gelegenheit dazu bietet die aktuelle Statistik zum Unterrichtsausfall in Berlin. Auf den ersten Blick leuchtet sie ein, passt auch gut in die Zahlenreihen der vergangenen Jahre – und ist dennoch grob falsch. Denn erstens melden die Schulen nur Fakten, mit denen sie „oben“ nicht unangenehm auffallen und zweitens will die Verwaltung bestimmte Dinge gar nicht so genau wissen. So fragt sie nicht ab, inwieweit die Statistik dadurch geschönt wurde, dass eingesprungene Erzieher und Eltern als vollwertige Vertretung ausgegeben werden. Und sie stellt auch nicht sicher, dass die vielen Stunden, die während der mehrtägigen Abiturprüfungen in allen anderen Klassenstufen gestrichen werden, mitgezählt werden. Und sie will auch nicht wissen, was überhaupt übrig bleibt vom Sprachunterricht für Migranten, wenn eben diese Stunden als Steinbruch für den Vertretungsunterricht genutzt werden. Aus all diesen Gründen hat der Landeselternsprecher recht, wenn er sagt, man könne die jüngste Ausfallstatistik getrost „in die Tonne treten“. sve

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