Meinung : Zahlen gegen Ideologien

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Die Unterschiede zwischen den Schulleistungen in Bayern und denen in Bremen sind inzwischen größer als die zwischen Finnland und Korea. Und das gilt auch für die Gymnasien, die ja eine ausgewählte Schülerschaft haben. Auf der ganzen Linie bedeutet das ein Scheitern des Kulturföderalismus. Wenn auch Bayern wirtschaftlich bessere Bedingungen hat: Diese Bildungsunterschiede wird man nicht bestehen lassen können. Der Blick auf die Rahmendaten zeigt, dass Bayern kräftig in seine Schüler investiert. Das kann man fairerweise nicht mit den Bedingungen in Großstädten und Stadtstaaten vergleichen, die ohnehin schon mehr ausgeben. Aber alle anderen Flächenländer wenden viel weniger für ihre Schüler auf als der Süden. Und dass Investitionen wirken, zeigt der Blick auf die Gymnasien, wo überraschend Schleswig-Holstein und Niedersachsen sehr gut da stehen. Auch Berlin kann sich mit seinen Gymnasialleistungen etwas über die ansonsten nicht gerade rosigen Schulergebnisse trösten. Trotzdem zeigt der internationale Vergleich, wo es hingehen muss: Mehr Abiturienten, weniger Schulabbrecher und insgesamt bessere Schulabsolventen. Sonst sind die Anforderungen der Wissensgesellschaft nicht zu bewältigen. Also sind Bildungsreformen nötig, selbst in Bayern, um so mehr aber natürlich bei den Schlusslichtern. Dort ist ein Notprogramm angebracht – mit Geld, Lehrerfortbildung, aber auch mehr Engagement aller Beteiligten. Ein Gutes haben die neuen Schultests auf jeden Fall: Nun haben Schulreformen eine rationale Basis und können den Bereich ideologischer Debatten verlassen. rt

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