ZDF kauft Champions League : Meister der Quotenliga

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk schnappt den Privaten die Übertragungsrechte für die Champions League gleich für drei Saisons weg. Damit will sich der Sender letztendlich aber vor allem Quoten kaufen - auf Kosten der Gebührenzahler.

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Die Champions League sieht man in Zukunft im Zweiten statt auf Sat 1.
Die Champions League sieht man in Zukunft im Zweiten statt auf Sat 1.Foto: dpa

Das ZDF ist längst ein wichtiger Player beim Fernseh-Fußball. Nationalmannschaft, EM 2012 und WM 2014, Bundesliga, DFB-Pokal, das alles steht auf dem Spielplan in Mainz. Jetzt hat der öffentlich-rechtliche Sender dem Privatsender Sat 1 die Übertragungsrechte für die Champions League weggeschnappt, für drei Saisons von 2012 an. Das ZDF hat keine höherwertigen Lizenzen gekauft als Sat 1 sie kaufen wollte: pro Spieltag ein Spiel, pro Spielzeit 18 Partien. Der Mainzer Sender zeigt keinen anderen Sport, nicht mehr davon, nicht weniger. Für den Fußball-Fan ändert sich nur so viel, als er auf der Fernbedienung einen anderen Knopf drücken muss. Für die ZDF-Zuschauer, und die sind in ihrer überwältigenden Mehrheit keine Kicker-Junkies, ändert sich eine Menge. Wieder wird für den Fußball das Abendprogramm umgepflügt, wieder wird für Fußball so viel Geld ausgegeben wie für keine Dokumentation, keinen Fernsehfilm, keine Show. Das ZDF will sich mit dem Fußball Quoten kaufen, die es mit anderen Programmen nicht mehr erreichen will. Und das zu dem Preis, den auch der kommerzielle Konkurrent Sat 1 bezahlt hätte – aber nicht über Gebühr.

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