"Zeichen gegen Vertreibung" : Gemeinsames Leid

Wir Deutschen tun uns schwer mit der historischen Erinnerung - jedenfalls dann, wenn es um das eigene Schicksal geht. An das Etikett des "Tätervolks" haben wir uns gewöhnt. Dass unter lauter Tätern - oder eher deren Nachfahren - sehr wohl auch Opfer sein können, diese Einsicht jedoch teilen nicht alle.

Bernhard Schulz

Ob Bombenkrieg oder „Gustloff“-Untergang, stets wird erregt diskutiert, ob man „das denn dürfe“ – nämlich erinnern daran, dass Deutsche auch Opfer gewesen sind von Ereignissen, auch wenn deren Urheber ohne jeden Zweifel im Deutschen Reich saßen. So blieb auch die Erinnerung an die Vertreibung von rund zwölf Millionen Deutschen, Staatsbürgern wie „Volksdeutschen“, lange Zeit politisch unerwünscht. Erst die große Koalition setzte sich das Ziel, ein „Sichtbares Zeichen gegen Vertreibung“ zu setzen – und hat nun, dank kluger Diplomatie mit dem in dieser Frage wichtigsten und zu Recht empfindlichsten Nachbarn Polen, eine einvernehmliche Lösung erreicht. Es waren Deutsche – und Millionen anderer Europäer, die für Hitlers Verbrechen gleichermaßen mit dem Verlust ihrer Heimat bezahlen mussten. Ihrem Leid gilt die Erinnerung. Unsere Erinnerung. BS

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