Meinung : Zeitung in der Karibik

PRESSEFREIHEIT

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Der amerikanische Journalist Daniel Pearl ist in Pakistan umgebracht worden. Nicht in Finnland, nicht in Island, nicht in Norwegen. Die drei führen die Rangliste zur Situation der Pressefreiheit an, die gerade von der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ veröffentlicht wurde. Dort ist sie am größten Pakistan landete auf dieser Liste, die Zensur, Verhaftungen, und restriktive Anwendung von Pressegesetzen gewichtet, auf Platz 128. Die Rangliste führt vor Augen, wie gefährdet die Pressefreiheit in weiten Teilen der Welt ist: Allein in diesem Jahr wurden bereits 22 Journalisten getötet, 252 festgenommen, 254 Medien zensiert. Aber nicht überall, sondern in manchen Ländern mehr als in anderen: am schlimmsten geht es in Birma, Kuba und Nordkorea zu. So wenig überraschend die Schlusslichter sind, so deutlich führt die Rangliste noch einmal vor Augen, was das bisweilen so gnädig betrachtete Regime auf Kuba auch ist: das weltweit „größte Gefängnis für Journalisten“. Dass Russland auf Platz 148 der Liste rangiert, sollte alle den großen Freunden von Wladimir Putin ebenfalls zu denken geben. Pressefreiheit ist nur ein Kriterium für eine freie Gesellschaft, aber offensichtlich ein gutes: Italien landete wegen des Interessenkonflikts zwischen Premier Berlusconi und Medienunternehmer Berlusconi nur auf dem 43. Rang, die USA für ihre Medienpolitik während des Irakkrieges auf dem 31. Dass Deutschland auf dem Platz 8 gelandet ist, heißt eben auch: die Presse ist in Deutschland noch nicht so frei wie im Karibikstaat Trinidad und Tobago (Platz 6). mos

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