Zivildienst : Freiwillig ist besser

Ein attraktiver Freiwilligendienst wäre aufrichtiger - und effektiver - als ein verkürzter Zivildienst.

Fabian Leber

Über den Zivildienst wird immer erst dann diskutiert, wenn über den Wehrdienst schon entschieden ist. Das ist auch jetzt so. Die Bundeswehr kann mit der Verkürzung der Dienstzeit von neun auf sechs Monate vielleicht noch leben, der Zivildienst aber wird in Zukunft zur Farce. Sechs Monate mögen reichen, um Grundkenntnisse an der Waffe zu vermitteln, komplexe Organisationen wie Krankenhäuser und Pflegeheime jedoch werden mit den Kurzzeit-Zivis kaum noch etwas anzufangen wissen. Es wäre freilich falsch, die Debatte über die Wehrpflicht an den Bedürfnissen des Zivildienstes auszurichten. Der rechtlichen Logik nach ist der Zivildienst ein Ersatzdienst, selbst wenn er nach Zahlen der Hauptdienst ist. Niemand hat ein Anrecht auf Zivis – nur die Bundeswehr kann sich auf die Wehrpflicht stützen, weil sie als Einberufungsarmee konzipiert wurde. Das sollten die Sozialverbände bedenken, die die Verkürzung nun so vehement kritisieren. Es liegt an ihnen, sich aus der Abhängigkeit von der Wehrpflicht zu lösen. Ein attraktiver Freiwilligendienst wäre allemal aufrichtiger – und effektiver – als ein verkürzter Ersatzdienst, der auch noch allzu gerne als persönlichkeitsprägend verklärt wird.

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