Meinung : Zu früh geprahlt

STREICHUNGEN BEIM STRASSENBAU

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Schon heute sei Deutschland für die FußballWeltmeisterschaft gewappnet, heißt es bei den Organisatoren: Wer ein Bundesliga-Wochenende stemmen kann, brauche eine WM nicht zu fürchten. Und es ist in der Tat so: Ob der Berliner Ring durchgehend auf sechs Spuren ausgebaut wird oder nicht, ob der Bahnhof Dortmund-Westfalenstadion saniert wird, ob die lang ersehnte Umgehungsstraße in der schwäbischen Provinz gebaut wird oder nicht – die WM wird daran nicht scheitern. Aber Deutschland wird sich der Welt 2006 nun doch nicht als Infrastrukturweltmeister präsentieren. Die Ankündigung, dass ein Teil der geplanten Baumaßnahmen nicht umgesetzt wird, macht deutlich, wie dramatisch die Lage ist: Es ist nicht einmal Geld für solch ein Prestigeprojekt vorhanden. Bis zuletzt sind die entgangenen Mauteinnahmen schöngerechnet worden, doch um die zwei Milliarden Euro, die im Investitionshaushalt des Verkehrsministers fehlen, wird man nur vergeblich herumrechnen können. Und weil sie fehlen, wird vieles nicht gebaut oder saniert werden, was sich der Gastgeber Deutschland vorgenommen hatte. Eher unwahrscheinlich, dass die gestrichenen WM-Projekte die einzigen bleiben, die der Haushaltslücke zum Opfer fallen. So gilt auch für die Infrastrukturweltmeisterschaft 2006: Dabei sein ist alles. mos

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