Meinung : Zu viel versprochen

BEITRAGSSENKUNGEN DER KRANKENKASSEN

-

Ganz schön peinlich. Da verordnet die Regierung den Patienten eine Reform, die zu großen Teilen auf ihre Kosten geht – und schafft es dann nicht, die Krankenkassen im Gegenzug zu spürbaren Beitragssenkungen zu bewegen. Ein Minus von 0,7 Prozentpunkten hatte Ulla Schmidt den zuzahlungsgebeutelten Versicherten versprochen. Was jetzt tatsächlich kommt, ist lächerlich: 0,2 Punkte minus bei der Barmer, 0,5 bei der DAK. Techniker und AOK Berlin senken ihre Beiträge überhaupt nicht, von den 250 Betriebskrankenkassen zeigen 170 der Ministerin eine lange Nase. Die gibt sich zornig, droht mit Zwang. Doch die Kassen tun mit dem Geld erst mal, was sie tun müssen: Schuldenberge abbauen. Hohe Verwaltungskosten und viel zu optimistische Prognosen haben sie stärker in die roten Zahlen gedrückt, als die Politik das bisher wahrhaben wollte. Wenn die Beiträge aber nicht sinken, bekommt die Regierung ein Vermittlungsproblem. Bei rund zehn Millionen Rentnern hat sie schon eines. Die müssen, ungeachtet aller Senkungsversprechen, bald mehr berappen. Statt des halben Beitragssatzes wird ihnen auf Betriebs und Zusatzrenten nun der volle Satz abgezogen. raw

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben