Meinung : Zuerst geht es um die Opfer

JAKOB, JENNIFER, ULRIKE

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Jakob war 11 Jahre, als er starb. Jennifer wurde mit 16 getötet. Ulrike ist nur 12 Jahre geworden. Drei n für viele. Namen von ermordeten Kindern. Viele von ihnen fielen Sexualstraftätern zum Opfer. Die verurteilten Verbrecher können sich während der Haft oder der Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt einer Therapie unterziehen. Dem Täter wird die Chance zur Resozialisierung geboten. Einsicht in die Schuld, wo immer möglich Sühne, Wiedereingliederung in die Gesellschaft – das sind nach allgemeinem Verständnis im Rechtsstaat Ziele des Strafvollzugs. Den Opfern hilft das nicht mehr. Schlimmer noch – viele Eltern leiden unter dem Gefühl, der Staat sorge sich mehr um die Täter und nehme die Gefahr einer Wiederholungstat nicht ernst genug. Wenn die Rückfallquote bei Kinderschändern, wie in Deutschland festgestellt, 20 Prozent beträgt und nach einer amerikanischen Studie behandelte Sexualstraftäter nur etwas seltener rückfällig werden als unbehandelte, sind die Ängste überaus berechtigt. Manche Gutachter sind nicht in der Lage, zu erkennen, ob ein Täter mit hoher Wahrscheinlichkeit therapierbar ist, oder jener eher kleinen Gruppe angehört, die sich einsichtig zeigt, aber tatsächlich nicht ansprechbar ist. Hier sind rigorosere Maßstäbe angezeigt. Wer den Schutz der potenziellen Opfer über den der Täter stellen will, muss sich nicht reaktionär schimpfen lassen. apz

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