Zukunft der Kohle : Freche Friesen

Weil Bauern in Nordfriesland aufbegehren, will die Union das Gesetz verhindern, mit dem die Abscheidung und Lagerung von Kohlendioxid geregelt werden soll. Für die Kohlewirtschaft, für Energie- und Klimapolitiker und für Brandenburg ist das ein schlechtes Zeichen.

Alfons Frese

Es werden immer weniger, doch sie kriegen immer noch reichlich Power auf die Kette: die Bauern. In Nordfriesland begehren sie auf gegen die Speicherung von CO2, ausgerechnet im Wahlkreis von CDU-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen. Der brüllt laut Alarm, worauf in Berlin Fraktionschef Volker Kauder zuckt und schnell das Gesetz wegschließt, mit dem eigentlich die Abscheidung und Lagerung von CO2 geregelt werden soll. Dumm gelaufen – für die Kohlewirtschaft, für die Energie- und Klimapolitiker und für Brandenburg. Denn ohne gesetzliche Regelung des Umgangs mit dem Klimagas hat die ostdeutsche Braunkohle keine Perspektive. Das finden die Freunde der erneuerbaren Energien super, denn wenn neben der Atomkraft auch das Ende der Kohle in Sicht ist, muss noch viel mehr in Wind, Wasser, Sonne und Biomasse investiert werden. Allein – das wird nicht reichen. In Deutschland, aber vor allem auch in anderen Weltregionen wird der reichlich vorhandene Rohstoff Kohle noch lange für die Verstromung gebraucht. Einigermaßen klimaverträglich geht das nur mit Hilfe der CO2-Abscheidung. Das können auch die Friesen verstehen. alf

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