Zum Rückzug von Helmut Linssens : Angst vor Barrakudas

Selbst wenn CDU-Schatzmeister Helmut Linssen rechtlich nichts vorzuwerfen ist – das Thema Steuerbetrug überlagert doch gerade alles. CDU wie Koalition haben sich zu Steuern plus Hinterziehung ziemlich klar geäußert. Das darf nicht verwässert werden. Draußen warten die Barrakudas.

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Dem CDU-Schatzmeister Helmut Linssen wurde der Druck zu hoch.
Dem CDU-Schatzmeister Helmut Linssen wurde der Druck zu hoch.Foto: dpa

Er tritt nicht wieder an, CDU-Schatzmeister Helmut Linssen, der Mann mit dem Geld der Familie auf den Barrakudas, oder wie die Insel heißt. Jedenfalls hat ihn das dort angelegte private Geld – ohne Zinserträge, was ist das für eine Geldanlage! – gefressen. Ein Telefonat mit Angela Merkel, und der christdemokratische Grande gibt danach freiwillig auf, gesichtswahrend zwar, aber doch klar ersichtlich, warum.

Die Bundeskanzlerin, die nebenbei auch immer noch CDU-Chefin ist, kann sich eines im anschwellenden Europawahlkampf nicht leisten: dass der Partei und ihr als der Verantwortlichen irgendjemand vorhält, im Umgang mit Geld nicht ganz sauber zu sein. Und sei es, dass Linssen rechtlich nichts vorzuwerfen ist – das Thema Steuerbetrug überlagert doch gerade alles. Da kann in der Wahrnehmung schnell alles ineinander verschwimmen. Sagen wir so: Berlin heißt Spreeathen. Gefährlich, diese Assoziation! Und Merkel hat ja nun wirklich ein Gespür dafür, wann sich Gefahren annähern. Die dürfen sie in keinem Fall erreichen. Außerdem haben sich CDU wie Koalition zu Steuern plus Hinterziehung ziemlich klar geäußert. Das darf nicht verwässert werden. Draußen warten die Barrakudas.

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