Zumwinkel : Seine Rente ist sicher

Klaus Zumwinkel hat sich seine Pensionsansprüche in Höhe von 20 Millionen Euro auszahlen lassen und nun ist die Empörung groß. Dabei ist diese vorzeitige Auszahlung in Wahrheit das einzig Legale von all dem, was der ehemalige Post-Chef in letzter Zeit so getrieben hat.

Moritz Schuller

Vermutlich dachte Klaus Zumwinkel, dass es gar nicht auffallen würde. Wer noch etwas zu erledigen hat, schiebt es jetzt schließlich in den Schatten der Krise. Und was sind in diesen Tagen schon 20 Millionen Euro, verbrennt die Hypo Real Estate so viel nicht alle zwei Sekunden? Der ehemalige Post-Chef ließ sich seine Pensionsansprüche in Höhe von 20 Millionen Euro auszahlen und nun ist die Empörung doch groß. Dabei ist diese vorzeitige Auszahlung in Wahrheit das einzig Legale von all dem, was Zumwinkel in letzter Zeit so getrieben hat. Und nachvollziehbar ist sie auch: Weil er weiß, wie gern die Leute Steuern hinterziehen, glaubt er nicht an die Zukunft des Systems. Geld bunkern und sich in einer Burg verschanzen: Alles würde endgültig zusammenbrechen, wenn sich morgen jeder seine Rente auszahlen ließe. Deshalb ist die Aufregung der Politik verlogen, schließlich hat der Bund als Hauptaktionär der Post Zumwinkel diese Möglichkeit vertraglich zugesichert. Skandalös ist aber gar nicht die vorzeitige Auszahlung, sondern die Höhe der Ansprüche. Zumwinkel hat der Welt so vor Augen geführt hat, wie hoch die Ansprüche eines Ex-Post-Chefs sind. Das ist geradezu aufklärerisch. Dass die Politik Zumwinkel nun die „kleinen Leute“ vorhält, die um ihren Arbeitsplatz zittern, ist nicht weniger verlogen. Die Politik ist dafür verantwortlich, dass er solche Ansprüche hat. mos

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