Meinung : Zur Befreiung

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Widerstreitende Nachrichten, die aufmerken lassen. Müssen. Die erste Nachricht: Nach einer Studie der Universität Bielefeld sind bis zu 25 Prozent der Bundesdeutschen latent antisemitisch. Die zweite: Eine ZuwanderungsNeuregelung von Juden wird es nur im Einvernehmen mit dem Zentralrat geben. Das hat ein klärendes Gespräch mit dem Bundesinnenminister erbracht. Wichtig daran ist, dass der Streit des Zentralrats mit dem Minister entschärft ist und zugleich das – unabdingbare – Signal gegeben wird, dass Juden im Deutschland von heute willkommen sind. Besonders wichtig ist nun noch, dass nicht nur Reiche zuwandern dürfen, wie es in Rede steht, sondern auch Nicht-Reiche. Hier hat Deutschland nicht zu messen. Zumal es so viele Juden nicht waren in den letzten 15 Jahren, 190000 kamen. Bei 80 Millionen eher kein Problem. Vielmehr muss sich der Staat überlegen, in welcher Weise er den jüdischen Gemeinden bei der Integration zusätzlich helfen kann. Das fordert die Umsicht. Hinzu kommt: Von denen, die zuwanderten, hat sich weniger als die Hälfte den Gemeinden angeschlossen. Gleichviel, dass überhaupt Juden kommen, ist Grund zur Freude, nicht zur Sorge. Es spricht für Deutschland. Wie auch Paul Spiegel, der Zentralratsvorsitzende, für sein Heimatland spricht. Bei allem Zorn über das Ergebnis der Bielefelder Uni-Studie ist er sich dennoch sicher, dass es nie mehr eine Mehrheit für Antisemitismus geben wird. So groß ist, alles in allem, das Vertrauen. Kurz vor dem 60. Jahrestag der Befreiung von Hitler-Deutschland. cas

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