Zuwanderung : Deutschland torkelt in die Fachkräftefalle

Zum Auftakt der Cebit warnen die IT-Verbände vor dem Fachkräftemangel. Das Gejammer hat Tradition. Recht haben Kempf und Co trotzdem.

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Dieses Schild ist Teil der Dekoration eines Cebit-Ausstellers, der Slogan beschreibt aber auch recht gut die Zuwanderungspolitik der Bundesregierung.
Dieses Schild ist Teil der Dekoration eines Cebit-Ausstellers, der Slogan beschreibt aber auch recht gut die Zuwanderungspolitik...Foto: dpa

Jammern gehört zum Handwerk, ebenso wie Trommeln. Zum Auftakt der Cebit haben die IT-Verbände in beiden Tonlagen ihre Wünsche vorgetragen. Der Trommelwirbel zuerst: Die Branche wächst. Noch in diesem Jahr werde man, was die Zahl der Beschäftigten betrifft, zum Maschinenbau aufschließen, sagte Verbandschef Dieter Kempf. Gleichzeitig schlug er Alarm. Denn um all die Arbeitsplätze zu besetzen, fehlt es Deutschland an Köpfen.

Die Angst vor dem Fachkräftemangel beschäftigt die Branche seit über einem Jahrzehnt. Trotz mäßiger Erfolge, IT-Spezialisten aus dem Ausland anzuwerben, ist sie gewachsen. Doch auch wenn Verbandsgejammer generell mit Vorsicht zu genießen ist, treffen Kempf und Co. einen wunden Punkt: Eine nachhaltige Einwanderungspolitik ist nicht in Sicht. Im Innenministerium denkt man vor allem darüber nach, wie man die Armutsmigration aus Osteuropa und vom Balkan begrenzen kann. Blind vor Angst vor echten und vermeintlichen Sozialschmarotzern tappt das Land in die demografische Falle. Ein grundlegendes Umdenken ist nötig. Denn um indische, türkische oder amerikanische IT-Spezialisten zu gewinnen, reichen komfortablere Einwanderungsregeln nicht. Man müsste aktiv um sie werben.

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