Meinung : Zwang zum Glück

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Drogenpolitik in Deutschland hat etwas Scheinheiliges. Man denke nur an die Bierzelt-Sprüche konservativer Politiker gegen Bagatellisierung von Cannabis und gegen Fixerstuben – am besten mit hoch erhobenem Maßkrug. Und man halte sich die Zahlen vor Augen: 1835 Menschen starben im vorigen Jahr an illegalem Stoff, mehr als 40 000 erlagen dem legalen und steuerpolitisch sogar erwünschten Alkoholkonsum. Dennoch offenbart der Drogenbericht alarmierende Veränderungen: Cool sind nicht mehr die Joints für Aussteiger und Leistungsverweigerer, sondern das Pülverchen für Dauer-Power, die Glückspille fürs pausenlose Funktionieren und das Turbo-Vergnügen. Bloß nicht schlapp wirken, nicht alt sein oder krank. Es sind die Ideale – und Zwänge – unserer Konsumgesellschaft, denen immer mehr Ecstasy-Schlucker in ihrer Freizeit zu entsprechen versuchen. Das ist Besorgnis erregend, keine Frage. Doch Aufklärung hilft auch hier allemal mehr als Verbote und Alarmgeschrei.raw

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