Meinung : Zwei fehlen noch

MILUTINOVIC IN DEN HAAG

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Mit Milan Milutinovic ist dem Haager Tribunal ein weiterer großer Fisch „freiwillig“ ins Netz gegangen. Als Präsident der serbischen Teilrepublik saß er bis zum 5. Januar 2003 auf seinem Amtssessel, genoss zwar Immunität, wusste aber auch, dass die Belgrader Führung ihn früher oder später überstellen würde. Mal als farbloser Bürokrat, mal als arroganter Machthaber beschrieben, ist nun die Frage, welche Rolle Milutinovic in Den Haag spielen wird. Wird er aussagen gegen seinen obersten Dienstherrn von einst, Slobodan Milosevic? Er werde nicht, ließ er verlautbaren. Indirekt jedoch hat er das bereits getan, als er in Interviews erklärte, mit den Verbrechen im Kosovo habe er nichts zu tun. Alle Befehle seien von Milosevic ergangen. Milutinovics Weg nach Den Haag macht vor allem eines deutlich: Die serbischen Behörden können kooperieren, wenn sie wollen. Dass der wegen Völkermord gesuchte ExGeneral Mladic ungestört in Belgrader Luxusrestaurants speist, weiß die halbe Welt. Karadzic und Mladic – das Mantra aller Haager Ankläger – müssen nun auch erscheinen. Dann erst ist die Reihe der mutmaßlichen Haupttäter am Tribunal komplett. cdf

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